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Abstillen. Oder doch (noch) nicht?

Jetzt wird es wohl ernst. Schneller, als gedacht. Ich werde abstillen. Obwohl ich mich schon länger mit dem Gedanken beschäftigt habe, kommt es jetzt doch total unerwartet und plötzlich.

Ich weiß nicht, ob das kleine Fräulein schon soweit ist. Oder ob ich schon soweit bin?

Tagsüber ist sie eine gute Esserin und bis auf sehr wenige und seltene Ausnahmen, schafft sie es ohne Mamas Brust durch den Tag. Aber die Nächte, die sind noch schwierig. Da hängt sie oft an der Brust um zur Ruhe zu kommen. Ich glaube weniger, dass es der Hunger ist. Eher zur Beruhigung. Für mich ist das nächtliche Stillen sehr bequem und einfach, da sie neben mir schläft und ich nicht aufstehen muss. Vieles geschieht im Halbschlaf.

Warum also jetzt so plötzlich Abstillen?

Dafür gibt es mehrere Gründe und wenn man es nüchtern betrachtet, ist es wahrscheinlich der logischste Schritt.

Das kleine Fräulein hat atopische Dermatitis (besser bekannt als Neurodermitis) und verträgt weder Hühnerei, Kuhmilch noch Weizen. Davon wird ihre Haut sehr schlecht. Das mit dem Ei und der Kuhmilch wissen wir schon länger. Da ich nach unserem schwierigen Stillstart unbedingt stillen wollte, habe ich meine Ernährung umgestellt und die letzten Monate auf Ei und Mich verzichtet. Leider wurde ihr Hautbild trotzdem nicht wirklich besser. Es wurde eine erneute Blutuntersuchung durchgeführt und das Ergebnis haben wir vor Kurzem bekommen. Auch Weizen darf unsere Kleine nicht essen. Eine weitere Einschränkung, die alles noch komplizierter macht.

Wenn es nur die Ernährung wäre…. Seit über einem Jahr habe ich Probleme mit der Hand: Sehnenscheidenentzündung. Ich soll die Zähne zusammenbeißen und wieder kommen, wenn ich abgestillt habe, hat mir der Arzt gesagt. Bis dahin könne man nichts machen. Die Hand wird immer schlimmer, es gibt gute und schlechte Tage. Aber langsam habe ich sorge, dass es überhaupt nicht mehr besser wird.

Eigentlich sollte das kleine Fräulein das Tempo weiter vorgeben

Aber aus den gerade beschriebenen Gründen will ich nun doch abstillen. Um besser kontrollieren zu können, was sie isst und welche Auswirkungen es auf ihre Haut hat. Für meine eigene Ernährung. Und um endlich etwas gegen meine Sehnenscheidenentzündung tun zu können.

Wahrscheinlich ist es also die richtige Entscheidung

Die richtige Entscheidung, aber auch ein weiterer Schritt, mein Baby loszulassen. So nahe wie beim Stillen wird sie mir nie wieder sein.

 

2 comments

  1. Julia Will says:

    Hey Nadine,
    mein Kommentar kommt leider etwas zu spät, aber vielleicht hilft es ja der einen oder anderen, die sich gerade in einer ähnlichen Situation befindet. Dass deine Kleine Ei, Milch, Weizen usw. nicht verträgt, tut mir sehr Leid. Ich hoffe, dass ihr es inzwischen geschafft habt, euren Alltag bzw. die Ernährung entsprechend umzustellen.
    Zur Sehnenscheidenentzündung: Ich hatte auch eine und hab zu dem Zeitpunkt auch gestillt. Mein Orthopäde riet mir Quarkwickel und das lief ganz wunderbar ohne Medikamente. Dazu noch eine Schiene, um das Handgelenk zu entlasten, ich hab dann kurz mit dem anderen Arm getragen bzw. auch mehr den Papa tragen lassen. Also Grund fürs Abstillen ist eine SSE (ich Kürze jetzt mal ab) NICHT, das war einfach unglaublich dreist von deinem Arzt, dich ohne Behandlung fortzuschicken und zum Abstillen zu nötigen. Vielleicht kannst du ihm ja mal was von Embryotox erzählen, da stehen stillfreundliche Alternativen zu Medikamenten drin (gibt’s auch als App).
    Viele liebe Grüße
    Julia aus Berlin

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