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Diagnose: Neurodermitis mit Allergien

Leider ist es mittlerweile offiziell: Unsere Kleine hat Neurodermitis und Allergien auf bestimmte Lebensmittel. Wir haben uns dazu entschlossen, hier auf dem Blog auch davon zu erzählen und euch an unserem Alltag mit einem Allergie- und Kratzekind teilhaben zu lassen.

Vielleicht ergibt sich auch ein spannender Austausch mit anderen Betroffenen, denn das ist eine so unglaublich vielschichtige Erkrankung für die es nicht einfach DIE Lösung gibt. Für uns war es ein total neues Thema, das sehr überraschend in unser Leben kam und in das wir erst reinwachsen mussten und immer noch müssen.

Was ist Neurodermitis?

Neurodermitis, auch als atopische Dermatitis bekannt, ist eine chronische Hautkrankheit, die meistens in Schüben auftritt. Typische Symptome sind ein starker Juckreiz und rote, schuppende Ekzeme auf der Haut, die manchmal auch nässen.

Bei unserer Kleinen steht die Neurodermitis ganz eng in Verbindung mit Lebensmittelunverträglichkeiten, die durch einen Bluttest festgestellt wurden.

Wie alles begann

Die ersten wirklich spürbaren Anzeichen, dass etwas mit unserem Kind nicht stimmt hatten wir an ihrem ersten Weihnachtsfest. Da war das kleine Fräulein gerade mal sechs Wochen alt.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich sie am frühen Morgen im halbdunklen Schlafzimmer irritiert ansah. Irgendwie sah mein Baby komisch aus. Sie hatte überall rote Pusteln. Das war natürlich ein großer Schreck und wir sind noch am selben Tag mit ihr zum Arzt. Das war ein Samstag, Heiligabend, und natürlich hatte nur der Notdienst geöffnet. Die Ärztin hat uns auch relativ schnell abgefertigt: man müsse abwarten, es wäre vielleicht die Reaktion eines Stillkindes auf etwas, dass die Mama gegessen hatte (wohl nichts Ungewöhnliches). An diese Aussage habe ich mich lange geklammert, leider vergeblich.

Verzweifelt suchte ich in den folgenden Tagen bei meiner Nachsorgehebamme nach Beistand, die sich daraufhin für immer von uns verabschiedete, da so etwas „nicht zur regulären Wochenbettbetreuung gehöre“. Peng, das hat gesessen und beschäftigt mich noch bis heute sehr!

Unser Kinderarzt gab mir den Rat auf Kuhmilch zu verzichten. Ansonsten könne man außer guter Pflege erst mal nichts tun und müsse abwarten.

Für uns als Eltern war das furchtbar und wir fühlten uns alleine gelassen mit unserem Baby, das viel weinte und bei dem sich die trockene Haut trotz intensiver Pflege stark schälte. Wir waren unsicher, voller Sorge und fühlten uns hilflos.

Erst der Besuch bei der Hautärztin gab uns das Gefühl, dass es wieder weiter geht. Ein erster Allergietest gab zwar keine konkreten Hinweise, aber dennoch: Die Beratung tat gut und von einer Fachfrau zu hören, dass sich die Hautprobleme noch in der frühen Kindheit verwachsen können, gab uns neue Hoffnung. Durch intensive Pflege verbesserte sich das Hautbild unserer Kleinen zwar merklich, aber irgendetwas passte trotzdem nicht.

Wenn der Stuhlgang ausbleibt

Es kamen weitere Wochen voller Sorgen, als das kleine Fräulein plötzlich keinen Stuhlgang mehr hatte. Bei Stillkindern ist es nicht unüblich, dass sie bis zu 10 Tage keinen Stuhlgang haben. Solange sich das Baby dabei wohlfühlt und keine Schmerzen hat, sind diese Abstände angeblich in Ordnung. Unsere Kleine hatte in dieser Zeit teilweise bis zu 15 (!) Tage keinen Stuhlgang und es klappte nur, wenn man sie durch einen Einlauf erlöste. Die Kinderärztin begab sich auf Ursachenforschung und stellte die schlimmsten Verdachtsdiagnosen, die sich zum Glück nicht bestätigten!

Lebensmittelunverträglichkeiten

Dafür wurde durch einen erneuten Bluttest endlich klar, dass das kleine Fräulein mehrere Lebensmittelunverträglichkeiten hat. Zunächst wurden Hühnerei und Kuhmilch festgestellt. Später bestätigte sich dann auch noch eine Unverträglichkeit gegenüber Weizen. Das erklärt auch, warum ihr Hautbild lange Zeit nicht besser wurde. Ich verzichtete zwar konsequent auf Kuhmilch, dafür standen Eier und Weizenprodukte jedoch fast täglich auf meinem Speiseplan und wurden über die Muttermilch an mein Stillkind weitergegeben.

Da der Körper unserer Kleinen unter anderem mit Pusteln reagiert, wenn sie diese Lebensmittel (in)direkt zu sich nimmt, spricht man von einer Allergie. Es hätte auch sein können, dass es einfach nur eine Unverträglichkeit ist und keine Auswirkungen hat, wenn sie etwas davon zu sich nimmt. Aber leider ist das bei ihr nicht der Fall.

Seit wir endlich wissen, welche Lebensmittel es betrifft und wir unsere Ernährung entsprechend umgestellt haben, hat sich nun auch das Hautbild unserer Kleinen deutlich verbessert.

Was uns aktuell beschäftigt

Das kleine Fräulein hat zwar erst vier Zähne, dennoch wollen wir sie immer mehr an den Familientisch integrieren. Sie fordert es auch lauthals ein, das gleiche wie Mama und Papa zu essen. Darum beschäftigen wir uns gerade sehr intensiv damit, unseren Speiseplan möglichst so zu gestalten, dass sie bedenkenlos mitessen kann.

Daneben sind wir weiterhin auf der Suche nach guten Pflegeprodukten für ihre Haut und versuchen, uns auch in unserer neuen Heimat ein gutes Netzwerk aufzubauen. Vor unserem Umzug fühlten wir uns durch die Ärzte, die uns zuletzt begleiteten, wirklich sehr gut betreut. Ich hoffe sehr, dass wir diese Sicherheit auch in der neuen Umgebung gewinnen.

Egal was kommt: Ich habe mir fest vorgenommen, nicht wie erstarrt darauf zu warten, dass sich das alles bei unserer Kleinen verwächst. Ich will mich aktiv damit befassen und meinem Kind die bestmögliche Unterstützung bieten!

Dein Kind hat auch Neurodermitis und/oder ist von Lebensmittelallergien betroffen? Nutze diesen Blog als Plattform! Wenn Du eure Geschichte hier erzählen und Deine Erfahrungen mit anderen teilen möchtest, dann schreibe mir eine E-Mail an nadine@familiendingsbums.de.

 

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12 comments

  1. Nadine keller says:

    Hi Nadine….
    Wir haben einen Sohn mit starker neurodermitis. Bei uns fing alles mit drei Monaten an. Unser Sohn ist nun ein Jahr älter und wir kämpfen immer noch damit.
    Zuerst waren wir in Gelsenkirchen in einer Klinik
    Und nun in Hannover in einer Hautklinik .
    Habe lange versucht meinem Kind kein Kortison schmieren zu müssen leider waren wir irgendwann an einem Zeitpunkt wo nichts mehr ging.
    Seid dem wir in der Klinik in Hannover waren wird es auch besser.
    Ich kann nachvollziehen und weiß wie es ist wenn sein Kind sich bis aufs Fleisch kratzt und man leider als Eltern nur hilflos daneben stehen kann.
    Lieben Gruß
    Nadine

    • Nadine | Familiendingsbums.de says:

      Hallo Nadine,
      vielen Dank für Deine Nachricht. Eine gute ärztliche Beratung ist einfach so wichtig. Wir waren anfangs auch skeptisch, was die Verwendung einer Cortisoncreme betrifft. Aber in wirklich schlimmen Momenten kann es eine große Hilfe sein. Darum haben wir uns auch schon dafür entschieden.
      Ich wünsche euch alles Gute und das es hoffentlich besser wird.
      Viele Grüße Nadine

  2. Lena says:

    Hallo Nadine, mein Kleiner hat auch Neurodermitis allerdings die intrinsische Form (Emotionen) und keine Allergien. D.h. er reagiert sehr auf seine Umwelt, also wenn er sich freut, Angst hat, enttäuscht ist, wütend oder traurig usw.! Starke Gefühle erzeugen Kratzanfälle. Wir haben lange gebraucht und einiges ausprobiert bis wir eine gute nicht kortisonhaltige Creme gefunden haben. Die uns wirklich sehr gut geholfen hat. Wie du schon schreibst, es gibt nicht DIE Lösung für alle aber vielleicht hilft sie euch ja auch. Wenn du Interesse hast melde dich einfach.
    LG Lena

    • Nadine | Familiendingsbums.de says:

      Hallo Lena,
      an dem was Du beschreibst sieht man, was für unterschiedliche Ausprägungen es doch geben kann. Während Dein Kleiner auf seine Emotionen reagiert, dreht es ich bei uns um die Allergien. Mich würde sehr interessieren, welche Creme ihr verwendet und bin für jeden Tipp dankbar.
      Viele Grüße Nadine

    • Xenia says:

      Was hat euch denn für eine Creme geholfen? Wir wissen nicht mehr weiter unser Mäuschen kämpft schon seit Dezember mit der Haut und wir natürlich mit 🙁

  3. Sevtap says:

    Hallo gleich leidenden Eltern,

    meine Tochter bald 2 Jahre kämpft seit dem sie 8 Monat alt ist. Sie hat genauso eine Allergie gegen Eier, Milch und Weizen. Es ist sehr anstrengen. Aber seit 3 Monaten haben wir eine sehr gute Creme gefunden. Nicht mal Kortison Creme hat so gut und schnell geholfen. Marke : Eucerin AtopiControl

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