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Eine Spielgruppe ist etwas für Kinder und nicht für Mamas, oder?

Eine Spielgruppe ist etwas für Kinder und nicht für Mamas, oder?

Seit sechs Wochen haben wir einen Betreuungsplatz in einer Spielgruppe für unsere Kleine. Warum mir nach kurzer Zeit so große Zweifel kamen, dass ich sie sogar wieder abgemeldet habe und wie der aktuelle Stand der Dinge ist möchte ich euch heute berichten.

Es wurde Zeit für eine Veränderung

Mit der Zeit wurde es für mich immer herausfordernder, das kleine Fräulein über den Tag zu beschäftigen. Sie hat ein offenes Wesen und liebt den Kontakt zu anderen Kindern. Obwohl wir auch viel unterwegs sind habe ich manchmal das Gefühl, dass sie sich alleine mit mir schon fast langweilt. Und auch wenn es sehr schön ist, meine Kleine selbst zu betreuen und im Alltag viel Zeit mit ihr zu verbringen gebe ich es ehrlich zu: Die Tage mit ihr können auch verdammt anstrengend sein.

Lange Zeit konnte ich es mir nicht vorstellen, unsere Tochter vor dem Kindergarteneintritt in Fremdbetreuung zu geben. Unabhängig davon ist es sowieso nicht so einfach einen KiTa-Platz zu bekommen. Unsere Lösung: Eine Spielgruppe!

Wie die Spielgruppe funktioniert

In unsere Spielgruppe gehen etwa zehn Kinder im Alter von 1,5 Jahren bis zum Kindergarteneintritt. Die Gruppe wird von einer gelernten Erzieherin geleitet und immer von einem Elternteil begleitet. Der Elterndienst findet im Wechsel statt, so dass jede Familie alle paar Wochen einen Vormittag investiert. Ansonsten bleiben die Kinder ohne die Eltern in der Gruppe. Neben dem freien Spielen wird mit den Kindern gemalt, gebastelt, gesungen und vieles mehr.

Die Spielgruppe ist damit auch eine tolle Vorbereitung auf den Kindergarten!

Die Eingewöhnung

Ich dachte tatsächlich, dass die Eingewöhnung mit meiner Kleinen ein Selbstläufer wird. Aber Fehlanzeige! Die ersten Vormittage in der Gruppe prasselten die Eindrücke so auf sie ein, dass sie den restlichen Tag (und die darauf folgende Nacht) damit beschäftigt war, das erlebte zu verarbeiten. Schnell hatte sie auch verstanden, dass die Kinder alleine in der Gruppe bleiben sollen. Und ab diesem Zeitpunkt klebte sie wie eine Klette an mir.

Die ersten Vormittage blieb ich also mit dabei um ihr Sicherheit zu geben. So ein Vormittag mit zehn quirligen Kleinkindern ist der absolute Wahnsinn! Respekt an alle, die sowas täglich leisten! Irgendwann kam dann der erste Versuch, das kleine Fräulein alleine in der Gruppe zu lassen. Und der ist mächtig schief gegangen! Denn genau in dieser halben Stunde hat sie sich mit einem Buben und seinem bissigen Dinosaurier angelegt, der ihr einen blutigen Finger verpasste. Daraufhin war bei ihr alles vorbei!

Die Erzieherin meinte, dass jede Eingewöhnung anders verläuft. Ich solle einfach auf mein Bauchgefühl hören. Klar, jedes Kind ist anders und auch jede Mutter. Während der letzten Wochen durfte ich unterschiedliche Typen beobachten: Von der Mutter, die noch beim Ausziehen der Schuhe behilflich ist und sich dann ganz schnell von ihrem weinenden Kind verabschiedet bis hin zu der Mutter, die mit ihrem Kind grundsätzlich eine Stunde nach Beginn der Spielgruppe kommt und dann selbst daran teilnimmt (für eine langsame Eingewöhnung, die so vermutlich niemals abgeschlossen sein wird). Es ist alles dabei! Meine Kleine dort weinend abgeben und mir einen schönen Vormittag machen? Das war für mich keine Option.

Bauchgefühl? Und plötzlich erwachte in mir die Helikoptermutter

Ich gebe zu, auch bei mir hat der blutige Dinosaurierbiss einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Daneben schwebt über uns ja auch noch die Ungewissheit wegen der Lebensmittelunverträglichkeiten bei unserer Kleinen und möglicher allergischer Reaktionen. In der Spielgruppe frühstücken die Kinder gemeinsam. Jedes Kind bringt zwar sein eigenes Vesper mit aber was passiert, wenn das kleine Fräulein mal unbemerkt in eine andere Brotdose greift?

Plötzlich beschäftigte mich so einiges was dagegen sprach, mein Kind in die Spielgruppe zu schicken. Eine andere Mutter, die Anfang des Jahres bei der Eingewöhnung ihres Sohnes in die Spielgruppe scheiterte, hat dann mit ihren Horrorgeschichten ihr übriges getan. Blödes Kopfkino! Gedanklich hatte ich das kleine Fräulein schon wieder von der Spielgruppe abgemeldet. Ich wollte sie bei mir Zuhause behalten, am liebsten bis zum Abitur!

Schonfrist bis zu den Sommerferien und dann plötzlich der große Durchbruch

Aber so schnell das Handtuch werfen? Ich musste die besorgte Übermutter aus meinem Kopf verbannen. Bis zur Sommerpause wollte ich der Spielgruppe eine faire Chance geben!

Also haben wir nach den Pfingstferien alles zurück auf „Start“ gesetzt und ich bin wieder positiv an die Sache heran gegangen. Schnell habe ich gemerkt, dass es meiner Kleinen in der Spielgruppe eigentlich gut gefällt und sie auch alleine dort bleibt, wenn auch ich wirklich will, dass es funktioniert. Stück für Stück habe ich sie länger dort alleine gelassen. Anfangs war die Verabschiedung schwierig, sie wollte nicht das Mama geht. Ich gebe zu, die ersten Male waren auch für mich eine Herausforderung und ich konnte die gewonnene Zeit nicht wirklich genießen. Aber nach wenigen Tagen wurde es besser. Und was ich sehr beruhigend fand war die Tatsache, dass meine Kleine beim Abholen immer gestrahlt hat und sie nicht wirklich gehen wollte.

Diese Woche hatten wir dann endlich den großen Durchbruch. Als ich sie hinbrachte und mich bei ihr verabschiedete sprang sie auf und ich erwartete wieder einen Protest. Aber es kam anders: sie hat weder geweint, noch ist sie mir hinterher geeilt. Freudestrahlend hob sie die Hände und rief winkend: Ade Mama, Ade!

Ein Traum! Genauso habe ich es mir vorgestellt. Meine Kleine freut sich auf die Zeit in der Spielgruppe und ist zufrieden.

Hallo Freiheit! Schön, dass wir endlich wieder mehr Zeit miteinander haben

Nicht nur für das kleine Fräulein sind die Vormittage in der Spielgruppe und die gemeinsamen Erlebnisse mit den anderen Kindern eine wertvolle Bereicherung.

Auch für mich als Mama ist die Spielgruppe eine super Sache und ein weiterer Schritt hin zu ein bisschen mehr Freiheit. Wenn ich weiß, dass meine Kleine gut aufgehoben ist kann ich die Zeit genießen und diese auch mit Ruhe sehr gut für so unglaublich viele Dinge nutzen, die schon seit langem auf mich warten müssen: wie zum Beispiel den Keller auszumisten. Oder die ich so gerne machen möchte: wie zum Beispiel diesen Beitrag hier zu schreiben. Oder auch: einfach mal NICHTS zu tun.

Gehen eure Kinder auch in eine KiTa oder Spielgruppe? Wie war für euch die Eingewöhnung und worauf würdet ihr achten?

 

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