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(Ohne) Fremdbetreuung: Mein Kind bleibt noch Zuhause

Wie? Sie geht noch nicht in die Krippe? Wie? Du gehst noch nicht wieder arbeiten? Die Antwort auf diese Fragen lautet: Nein! Warum das so ist? Dafür gibt es viele Gründe. Aber die sind eigentlich total egal, denn DAS ist alleine unsere Entscheidung!

Jeder wie er will und kann

Ich finde es erstaunlich, was für eine Verwirrung und teilweise sogar Empörung es auslösen kann, wenn man in der heutigen Zeit länger als ein Jahr Elternzeit in Anspruch nimmt.

Ich möchte nicht so anmaßend sein und andere Eltern für ihr Lebensmodell kritisieren. Genauso wenig möchte ich für unser Lebensmodell kritisiert werden. Wir haben uns eben dazu entschieden, dass das kleine Fräulein noch nicht in eine Kita oder zu einer Tagesmutter gehen soll und ich bin froh darüber, dass ICH sie betreuen darf.

Jede Familie muss für sich entscheiden, ab wann das eigene Kind in eine Fremdbetreuung gegeben wird und was dabei das richtige Modell für sie ist. Es gibt Eltern, die können es kaum erwarten wieder arbeiten zu gehen. Und so traurig es auch klingen mag: Viele Familien haben alleine aus wirtschaftlichen Gründen fast keine andere Wahl und müssen ihr Kind frühzeitig in Fremdbetreuung geben.

Aber müssen wir das auch machen, nur weil es heute „so üblich ist“?

Früher war alles anders! Wie sich die Zeiten ändern!

Es soll Zeiten gegeben haben als es Frauen (fast) unmöglich war, zeitnah wieder in ihren Beruf einzusteigen oder sie wurden dafür sehr heftig kritisiert, wenn sie es doch wagten. Und ja: Auch ich bin froh darüber, dass wir diese starren Ansichten hinter uns gelassen haben.

Heute ist es in vielen Gemeinden unheimlich schwierig überhaupt einen Betreuungsplatz zu finden. Von einer freien Wahl der Eltern kann man häufig nicht mehr sprechen. Sie können froh sein, wenn ihre „Bewerbung“ um einen Betreuungsplatz erfolgreich war. Total egal, ob sie mit der Einrichtung zufrieden sind oder nicht.

Grundsätzlich finde ich es großartig, was für vielseitige Angebote wir hierzulande haben von der Kinderkrippe bis zur Tagesmutter. Auch Alternativen wie die Betreuung durch ein Au Pair kann für manche Familien eine gute Lösung darstellen, sofern man sich das leisten kann. All diese Möglichkeiten sind spannend und haben jeweils ihre Vor- und Nachteile.

Aber egal wie: Jede Familie muss für sich das richtige Konzept wählen und das haben andere nicht zu bewerten!

Ohne Kita wird dein Kind komisch! Blödsinn!

Manchmal scheint es mir schon fast wie ein Verbrechen, dass ich nach 15 Monaten Elternzeit nicht schon wieder zurück im Job bin. Vor der Geburt meiner Tochter habe ich viel gearbeitet und mein Beruf hatte einen hohen Stellenwert in meinem Leben. Doch das hat sich nun geändert. Auch wenn es finanzielle Einschnitte bedeutet bin ich dankbar für die gemeinsame Zeit mit meiner Kleinen und das ich sie noch selbst durch den Tag begleiten und diesen mit ihr gestalten kann.

Soziale Kontakte zu anderen Kindern sind auch ohne Krippe oder Tagesmutter möglich. Es gibt ein unglaublich großes Angebot und auch kostenlose Möglichkeiten, ein Kind mit Gleichaltrigen in Kontakt zu bringen. Man muss sich aber darum kümmern, denn von nichts kommt nichts.

Als das kleine Fräulein noch ein Baby war konnte ich mir lange nicht vorstellen, wann für uns der richtige Zeitpunkt ist, sie durch Dritte betreuen zu lassen. In den letzten Monaten hat sie sich so unglaublich toll entwickelt, dass ich mittlerweile ein gutes Gefühl bei dem Gedanken habe. Dennoch möchte ich sie aktuell nur stundenweise in eine Kindergruppe geben.

So wird es bei uns weitergehen

Mit 1,5 Jahren wird sie drei Vormittage in der Woche in eine Spielgruppe gehen. Und zwar alleine! Ein weiterer Schritt zu mehr Selbstständigkeit, mit dem wir uns langsam an das Thema Fremdbetreuung herantasten. Ich bin gespannt, wie es ihr gefällt und freue mich auf den neuen Lebensabschnitt! Denn auch für mich bedeutet es mehr Freiraum und Zeit, mich neu zu orientieren.

Wie seht ihr das mit der Fremdbetreuung? Wie lange habt ihr Elternzeit in Anspruch genommen?

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2 comments

  1. Anna Rein says:

    Zuerst, ich wohne nicht in Deutschland, bin jedoch in Deutschland aufgewachsen und beobachte mir Sorge, wie die jungen Familien ums überleben kämpfen müssen, wenn die Frau nicht zeitig (nach einem Jahr) wieder arbeiten geht. Ein furchtbarer Druck, der da auf den Familien lastet!
    Ich persönlich hätte mir um nichts in der Welt vorstellen können, meine Kinder (3 an der Zahl) schon mit einem Jahr in die Fremdbetreuung zu geben. Nicht weil ich klammere, sondern weil die Kinder in dem Alter einfach noch so unfertig sind. Sie können nicht allein essen, nicht reden, nicht selber auf Klo, manchmal sogar noch nicht mal laufen bzw gehen… Und in diesem Zustand soll ich mein Kind den halben bis ganzen Tag mit x anderen schreienden Kindern in einer Gruppe abgeben, nur damit ich wieder arbeiten gehen „kann“?
    Stress pur für das kleine Kind!
    Meine Kinder gehen bzw gingen mit drei halbtags in den Kindergarten und das war gut so. Es brauchte keine Eingewöhnung, es gab kein schreien, dass sie nicht mögen, sie konnten selbst auf Klo, sagen wenn ihnen was nicht passt oder sie was haben möchten… 🙂

    Aber, wie du schon sagst, manchen bleibt leider einfach keine Wahl… Traurig! Der Staat könnte so einfach und leicht was tun, um die Familien besonders in der Kleinkindphase finanziell zu entlasten, tut es aber nicht- Wirtschaft geht vor…

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